02 Apr 2020

Städte in der ganzen Welt ergreifen Maßnahmen, um die Luftqualität in städtischen Ballungsräumen zu verbessern. Und das ist auch gut so: Die Luftverschmutzung setzt den Stadtbewohnern sehr zu. Einige Städte sind besonders ehrgeizig bei ihren Nachhaltigkeitszielen und setzen auf emissionsfreie Stadtzentren, reduzierte Parkgebühren für E-Autos und sogar eigene Autobahnen für Bienen... Sehen wir uns einmal drei solcher Städte in Europa genauer an: Oslo, Oxford und Barcelona.

Städte übernehmen die Führung bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen, und das mit gutem Grund. Die Luftverschmutzung ist eines der Hauptprobleme in dicht besiedelten Gebieten. Laut European Society of Cardiology (ESC) verkürzt Luftverschmutzung die durchschnittliche Lebensdauer um 3 Jahre. Zum Vergleich: Eine kürzlich von derselben ECS herausgegebene Studie belegt, dass Tabakgenuss die durchschnittliche Lebenserwartung um 2,2 Jahre senkt.

Viele europäische Städte haben erstaunliche Initiativen ins Leben gerufen, um nachhaltiger zu werden. Von der Elektrifizierung des ÖPNV über die Zusammenarbeit mit Unternehmen im Bereich Car Sharing (von E-Autos) bis hin zur Ausweisung von Niedrigemissionszonen und innerstädtischen Grünbereichen.

Oslo

Hätten Sie es gewusst? Oslo bezeichnet sich selbst als Welthauptstadt der Elektromobilität, denn nirgendwo sonst ist die Zahl der Elektroautos pro Kopf so hoch wie hier. Und das wirkt sich deutlich auf die Luftqualität aus. Der UN-Umweltbericht 2019 zeigt, dass der CO2-Ausstoß in Oslo durch den Umstieg auf Elektrofahrzeuge seit 2012 um 35% gesunken ist.

Städte, die dem Beispiel Oslos folgen wollen, sollten sich die vielen Anreize ansehen, die die norwegische Hauptstadt für Fahrer von E-Autos parat hält. In Oslo profitieren sie nicht nur von Steuervorteilen, sie dürfen auch Bus- und Taxispuren nutzen, gebührenpflichtige Straßen kostenfrei befahren und kostenlos in der Innenstadt parken. Und das sind nur einige von vielen Beispielen. Ein interessanter Ansatz, der Wirkung zeigt!

Aber Oslo konzentriert sich nicht nur auf die Elektromobilität. Die Stadt verfolgt noch eine Reihe weiterer cooler und nachhaltiger Konzepte. So entwickelte ein Bienenzüchterverband die Idee, so genannte Bienenautobahnen einzurichten. Bienen spielen bei der Bestäubung von Pflanzen eine wichtige Rolle in verschiedenen Ökosystemen. Aber ihre Populationen schrumpfen, vor allem bedingt durch industrielle Landwirtschaft, Monokulturen und den Klimawandel. Einfacher ausgedrückt: Bienen brauchen Orte, an denen sie ausruhen und Nahrung aufnehmen können. In den weitläufigen Monokulturflächen finden sie solche Orte nicht mehr.

Die Bienenautobahnen bestehen aus strategisch aufgestellten Bienenstöcken, begrünten Dächern und Parks, so dass die Bienen in der gesamten Stadt Nahrung und Ruhebereiche finden. Das Ganze ist mehr als ein Zeitvertreib von ein paar Hobbyimkern. Die Bienenautobahnen werden tatsächlich bei der Stadtplanung berücksichtigt. Andere Städte haben sich vom Beispiel Oslos inspirieren lassen und legen selbst Bienenautobahnen an, wie z.B. London.

Bee Highway Oslo

Oxford

Oxford hat es sich zum Ziel gesetzt, Großbritanniens erste Zero Emission Zone (ZEZ) einzurichten. Eine der wichtigsten Säulen dieses Vorhabens ist die Einführung einer Maut für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, die zwischen 7 und 19 Uhr in diese Zone hineinfahren wollen. Die Gebühr von anfangs £10 soll bis 2025 auf £20 angehoben werden. Damit geht die Stadt einen Schritt weiter als andere Städte wie London, in denen es bereits Ultra Low Emissions Zones gibt. Oxford möchte außerdem die erste britische Stadt werden, in der ausschließlich Elektrobusse fahren.

Nachhaltigkeit hat in Oxford viele Gesichter. So wurde eine Anlage gebaut, deren Ziel die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung ist. Es ist im Grunde genommen eine riesige Magenmaschine, die Lebensmittelabfälle „verdaut“ und in Dünger und Strom verwandelt. Das ist die Kurzfassung.

Für alle, die genau wissen möchten, wie das funktioniert: Lebensmittelabfälle werden gesammelt (von Kooperationspartnern wie Cateringbetrieben, Restaurants und Kommunen), zerkleinert, mit flüssigen Abfällen vermischt und in der „Magenmaschine“ pasteurisiert. Die pasteurisierte Masse wird quasi „verdaut“. Dieser Prozess kann mehrere Monate dauern. Ein Teil der Masse wird zu Gas, das verbrannt und zur Energiegewinnung genutzt wird, der Rest wird durchmischt und als Dünger verwendet. Es klingt verrückt, aber so werden buchstäblich Tonnen von Lebensmittelresten wiederverwertet.

Barcelona

Barcelona hat im Januar 2020 den Klimanotstand ausgerufen. Das beschleunigt Entscheidungen zum Klimaschutz, denn die Stadt kann nun wie in einer Ausnahmesituation handeln. So wurden auf rund 95 Quadratkilometern beschränkt zugängliche Niedrigemissionszonen eingerichtet. Die Beschränkungen gelten währen der Bürozeiten.

Barcelona will aber nicht nur Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor durch Verbote und Mautgebühren aus der Innenstadt verbannen, die Stadt verwandelt auch Dächer in kleine Gärten. Die kommen nicht nur der Umwelt zugute, sondern sie bieten auch einen sicheren Ort der Begegnung für Menschen mit Behinderung, die hier alles über das Gärtnern lernen und andere Menschen treffen.

Roof Top Garden Barcelona

All diese Beispiele zeigen, dass Städte auf dem Weg in eine grünere Zukunft die Führung übernommen haben. Wir sind gespannt darauf, wie Innovation, Technologie und staatliche Anreize gemeinsam dazu führen werden, die Städte sauberer zu machen.


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