29 Jun 2020

In nur 20 Jahren wird voraussichtlich die Hälfte aller Pkw in den meisten Regionen Europas elektrisch betrieben sein. Schon heute kennt fast jeder jemanden, der ein Elektroauto fährt. E-Bikes und E-Roller werden immer beliebter. Die Städte elektrifizieren ihren ÖPNV und auch die Pakete, die Sie im Internet bestellt haben, kommen immer häufiger in einem Lieferwagen oder Lkw mit Elektroantrieb zu Ihnen nach Hause. All dies sind untrügliche Anzeichen dafür, dass die Elektrifizierung der Mobilität in Europa schnell voranschreitet! In diesem Artikel befassen wir uns mit dem wachsenden Marktanteil der E-Mobilität, geben einen Ausblick auf die nächsten 20 Jahre und beleuchten Faktoren, die die Entwicklung der Elektromobilität beeinflussen könnten – wie die Covid-19-Pandemie. Wird sie die Verbreitung von Elektrofahrzeugen in Europa hemmen oder beschleunigen?

Marktanteil von Elektrofahrzeugen

Derzeit fahren über 7 Millionen elektrisch betriebene Pkw auf unseren Straßen*. Und auch bei den Nutzfahrzeugen schreitet die Elektrifizierung voran. Prognosen zufolge werden bis 2025 10% der weltweit verkauften Pkw Elektrofahrzeuge sein. Bis 2030 steigt ihr Anteil auf 28%, bis 2040 auf 58%. Im europäischen Markt wird dabei mit einer höheren Durchdringungsrate gerechnet als in den Schwellenmärkten, in denen die Verbreitung nicht so stark voranschreitet. China führt derzeit die Weltrangliste an, gefolgt von Europa, das bis 2040 aufholen wird. 72% aller neuen Pkw mit Elektroantrieb werden 2030 in China und Europa verkauft werden. Das ist vor allem auf die europäischen CO2-Vorgaben und das chinesische Punktesystem für E-Autos, Kraftstoffvorschriften und stadtpolitische Rahmenbedingungen zurückzuführen, die den Absatz von Neuwagen mit Verbrennungsmotor verlangsamen.

Der Wendepunkt beim Marktanteil von E-Autos und Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor wird in Europa voraussichtlich zwischen 2030 und 2035 erreicht sein. Dann wird die Hälfte aller verkauften Pkw elektrisch betrieben sein. Bis 2040 wird der Anteil der E-Autos weiter auf fast 70% steigen.

Was das Wachstum des Elektroauto-Markts beeinflusst

Es gibt viele Faktoren, die die Marktentwicklung der Elektromobilität beeinflussen. Einer davon ist die Preisparität zwischen E-Autos und Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. In Europa wird sie in den meisten Marktsegmenten voraussichtlich Mitte der 2020er Jahre erreicht sein. Bis dahin sind staatliche Anreize und Vorschriften – wie die CO2-Vorgaben in Europa – erforderlich, um den Markt zu stimulieren. Sobald die Preise elektrisch betriebener Neufahrzeuge mit denen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor gleichgezogen haben, wird mit einem raschen Absatzanstieg gerechnet.

Die immer bessere Verfügbarkeit der Elektrofahrzeuge ist ebenfalls ein wichtiger Treiber des Markts. Die Markteinführung spannender, neuer E-Modelle wird die Absatzzahlen ebenfalls in die Höhe treiben. Vor allem jetzt, da neue Elektrofahrzeuge dank weiter fallender Batteriepreise vermutlich günstiger werden. Es wird erwartet, dass die Einführung neuer Zellchemien, Produktionsanlagen und Fertigungstechnologien die Batteriepreise bis 2024 unter $100/kWh sinken lassen werden. Zu guter Letzt beeinflusst die Verfügbarkeit öffentlicher Ladestationen die Kaufentscheidung. Das gilt vor allem für all diejenigen, die keine eigene Ladestation zu Hause installieren oder ihr Fahrzeug am Arbeitsplatz laden können. Mit dem Ausbau des Netzes öffentlicher – und zu fahren.  

Ausblick auf die Ladesituation

Die Verfügbarkeit von Ladestationen ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Elektrofahrzeug-Marktanteils. Berechnungen zufolge werden im Jahr 2040 weltweit 290 Millionen Ladestationen benötigt, um die wachsende Zahl von Elektrofahrzeugen versorgen zu können. Der Löwenanteil entfällt dabei auf Ladestationen zu Hause oder am Arbeitsplatz. Man geht davon aus, dass darüber hinaus 12 Millionen öffentliche Ladestationen erforderlich sind, da die Zahl der E-Fahrer, die die Möglichkeit haben, eine eigene Ladestation zu installieren, allmählich erreicht ist. Heute gibt es fast 1 Million öffentlicher Ladestationen. Ihre Zahl wächst in Europa und China viel schneller als anderswo. 78% aller Investitionen entfallen auf Heimladestationen, Ladestationen am Arbeitsplatz und private gewerbliche Ladestationen. Die meisten Elektrofahrzeuge werden voraussichtlich über Nacht zu Hause oder tagsüber am Arbeitsplatz geladen.  



An den öffentlichen Ladestationen wird der 11kW-Anschluss am verbreitetsten sein. Beim Schnellladen werden sich voraussichtlich 150 kW als Standard durchsetzen, wohingegen Ultraschnelllader mit 350 kW eine kleinere Rolle spielen werden. Das Schnellladen unterwegs wird also nur dann genutzt, wenn die Reichweite des Fahrzeugs nicht ausreicht. Der Großteil der öffentlichen Ladestationen wird für reguläre Ladevorgänge über Nacht genutzt werden.  

Die nahe Zukunft

Angesichts der europäischen CO2-Vorgaben an die Automobilindustrie erobern neue E-Fahrzeugmodelle den Markt und wirken sich positiv auf die Verfügbarkeit und öffentliche Akzeptanz aus. Die Zahl der Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen ist 2020 gestiegen, da die Hersteller die Auslieferungen möglichst von 2019 auf 2020 verschoben haben, um die neuen CO2-Ziele für dieses Jahr einhalten zu können.

Man geht davon aus, dass die Covid-19-Pandemie zu einem Rückgang der weltweiten Pkw-Verkäufe um 23% und des Absatzes an Elektrofahrzeugen – erstmals seit ihrer Einführung – um 18% führen wird. Dass sich die Absatzzahlen von E-Autos in den meisten Märkten besser halten als die von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ist auf Auftragsrückstände, neue Modelle und staatliche Vorgaben zurückzuführen. Für die meisten Automobilhersteller ändert sich kaum etwas an ihren Zeitplänen in Europa, was sich positiv auf den Markt auswirkt.

Ein weiterer positiver Effekt von Covid-19 ist, dass immer mehr Menschen sich Gedanken über die Umwelt machen, was die breite Akzeptanz von Elektrofahrzeugen fördern könnte. Haben wir nicht alle in den vergangenen Monaten die unglaublich reine Luft genossen?

#KeepDrivingForward

* Datenquelle: Bloomberg Electric Vehicle Outlook 2020


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